Prof. Herta Hammerbacher

Können Frauen Gartenlandschaften gestalten?

Die Gartenarchitektin ist eine Vertreterin des landschaftsverbundenen Städtebaus. Zusammen mit Karl Foerster und Hermann Mattern plant sie ab 1928 im Bornimer Entwurfsbüro mehr als 3.000 Gartenprojekte. Sie erhält einen Lehrauftrag für Landschafts- und Gartengestaltung an der Technischen Universität Berlin und wird dort 1950 die erste Professorin.

Herta Hammerbacher: Archiv der TU Berlin, Bestand 601 Porträtfotos des Lehrkörpers und anderer Personen, Signatur 242

Anna Flügge (1885 – 1968)

Wie kommt eine „Hausfrau“ in die Politik?

Anna Flügge tritt 1919 der SPD bei. Sie ist von November 1929 bis März 1933 Stadtverordnete und in der Arbeiterwohlfahrt aktiv. Als ehemalige Abgeordnete wird sie im August 1944 kurzzeitig im KZ Ravensbrück inhaftiert. Nach Kriegsende tritt sie erneut in die SPD ein. 1946 wird sie in die SED übernommen, hat dort aber keine Funktion mehr.

Anna Flügge: Privatbesitz Ursula Demitter

 

mehr zu Anna Flügge

Potsdamerinnen ins Licht – Anna Zielenziger (1867-1943)

Was hilft jüdischen Frauen bei der Emanzipation?

Anna Zielenziger engagiert sich seit ihrer Heirat 1888 im „Israelitischen Frauenverein“ und hat von 1906 bis zu dessen Auflösung den Vorsitz inne. Der Verein sammelt Geld, unter anderem für die berufliche und akademische Ausbildung von jüdischen Mädchen. Sie emigriert 1939 nach Amsterdam, 1943 stirbt sie im polizeilichen Durchgangslager Westerbork.

Anna Zielenziger: Privatbesitz Ellen Fränkel

Online-Start „Potsdamerinnnen ins Licht“

Wir freuen uns über die große Resonanz und Begeisterung für unser Projekt! Sie lässt uns allerdings befürchten, dass Leute nicht nur zufällig an den illuminierten Frauen vorbeigehen und kurz verweilen, sondern gezielt aufbrechen könnten, um sich die Potsdamerinnen im Licht anzusehen. Das ist angesichts der immer noch dramatischen Infektionslage nicht gut.

Wir haben uns daher entschieden, erstmal nur digital zu starten. 

 

Als erste Frau präsentieren wir Johanna Just:

Johanna Just – Brauchen Mädchen eine Berufsbildung?

 

 

 

 

 

Das Frauenwahllokal und die Potsdamer Bürgerstiftung setzen Potsdamerinnen ins Licht!

ab 31.1.21 am Potsdamer Klosterkeller, Friedrich-Ebert-Straße 94.

Sie haben die Stadtpolitik mitgestaltet, Schulen für Mädchen gebaut, geholfen, Parteien aufzubauen, eine moderne Entwicklungspolitik auf den Weg zu bringen, Glaubensgenossinnen unterstützt Potsdams weltberühmte Gärten gestaltet – und doch kennt kaum jemand ihre Namen:

  • Johanna Just (1861-1929), Schulgründerin, Pionierin der Frauen- und Mädchenbildung (Projektion 31.01. – 06.02.2021
  • Anna Zielenziger (1867-1943), letzte Vorsitzende des Israelitischen Frauenvereins (Projektion 07.02. – 13.02.2021)
  • Anna Flügge (1885-1968), SPD-Stadtverordnete, Mitarbeiterin der Arbeiterwohlfahrt (Projektion 14.02. – 20.02.2021)
  • Herta Hammerbacher (1900-1985), Gartenarchitektin, Professorin an der TU Berlin (Projektion 21.02. – 27.02.2021)
  • Erika Wolf (1912-2003), CDU Stadtverordnete, Vizepräsidentin der Welthungerhilfe (Projektion 28.02. – 07.03.2021

Gemeinsam mit der Potsdamer Bürgerstiftung wollen wir das in einem besonderen Projekt ändern. In der Zeit vom 31. Januar bis zum 7. März 2021, jeweils zwischen 18 und 21 Uhr, werden wir die Portraits dieser fünf Frauen an die Außenwand des Klosterkellers in der Friedrich-Ebert-Straße 94 projizieren. In dieser dunklen Zeit des Jahres wollen wir daran erinnern, dass man etwas bewegen kann, auch, wenn alle äußeren Umstände dagegensprechen.

Den Anstoß dafür gab im November vergangenen Jahres die Sozialwissenschaftlerin Prof. em. Sabine Hering, die auch zu den Gründerinnen des Frauenwahllokals gehört. Unser Kuratorium schlug vor, Anna Flügge, Johanna Just, Erika Wolf, Anna Zielenziger und Herta Hammerbacher per Lichtinstallation buchstäblich ins Stadtbild zurückzuholen. Doch wer waren diese Frauen? Und wofür stehen sie? In einer eigenen Podcast-Reihe wollen wir ihr Leben und Werk vorstellen. Die Recherchen dazu liefert die Potsdamer Ethnologin und Publizistin Jeanette Toussaint, die Umsetzung übernimmt die Redakteurin Stefanie Schuster. Per QR-Code können Passanten sich die bislang allesamt unveröffentlichten Informationen kostenlos auf das eigene Smartphone herunterladen und anhören. Darüber hinaus stellen wir auf Podigee die Reihe als Podcast ein.

Wir danken der Landeshauptstadt Potsdam für ihre Unterstützung! Trotz allem ehrenamtlich eingebrachten Engagements könnte dieses Projekt ohne die Finanzierung durch die Kulturförderung nicht stattfinden. Besonders die Leiterin des Fachbereichs Kultur und Museum, Dr. Birgit-Katharine Seemann, die Gleichstellungsbeauftragte Martina Trauth und die Beigeordnete für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, Noosha Aubel, haben sich für „Potsdamerinnen ins Licht“ stark gemacht. In einem Grußwort werden sie selbst via Internet unser Projekt feierlich eröffnen.

Und wir danken natürlich all jenen, die in ihrem Bildarchiv gekramt und uns die Aufnahmen zur Verfügung gestellt haben:

  • dem Archiv des Oberstufenzentrum Johanna Just

  • Ellen Fränkel für das Foto von Anna Zielenziger

  • Ursula Demitter für das Foto von Anna Flügge

  • dem Archiv der TU Berlin für das Foto von Prof. Herta Hammerbacher

  • dem Archiv des Deutschen Bundestages für das Foto von Dr. Erika Wolf.

Unsere Lichtinstallation leitet hin zum Internationalen Frauentag, der weltweit immer am 8. März gefeiert wird. Hier in Brandenburg begleitet ihn traditionell die vom Frauenpolitischen Rat organisierte Brandenburgische Frauenwoche. In diesem Jahr findet sie bereits zum 31. Mal statt. Das Motto: „Superheldinnen am Limit“ (Frauenpolitischer Rat Land Brandenburg e.V. » 2021 – Superheldinnen am Limit (frauenpolitischer-rat.de).

Das Frauenwahllokal und die Potsdamer Bürgerstiftung wollen die Rolle der Frauen in der Potsdamer Stadtgeschichte ins Licht und damit ins Bewusstsein rücken. Anna Flügge, Herta Hammerbacher, Johanna Just, Erika Wolf und Anna Zielenziger stellten sich den Herausforderungen ihrer Zeit – und fanden ihren eigenen, beispielhaften Weg, damit umzugehen. Daran wollen wir erinnern und vor allem in Corona-Zeiten, in denen uns persönliche Begegnung fehlt, anderen Frauen und Mädchen Mut machen. Bei aller Verschiedenheit eint die Frauen nämlich eines: Sie waren mutige Vorreiterinnen ihrer Zeit, die zum Wohl der Allgemeinheit bewusst gegen den Strom schwammen.

Flyer zum Projekt Potsdamerinnen ins Licht